Partnerschaftliche Konflikte beruhen auf Intersubjektivität. Wechselseitige Erwartungen und Bedürfnisse sind häufig unbewusst, manchmal irrational. Störungen der Kommunikation und Interaktion sind die Folge. Die Gestaltung konstruktiver Lösungen wird blockiert und durch destruktive Beziehungsrituale ersetzt. Zum Verständnis der Interaktionsstile der Partner sind individuelle Charakterstruktur, persönliche Konflikte und biographische Faktoren entscheidend. Ebenso müssen psychosoziale Veränderungen, systemischer Kontext und Werteparadigmen der Partner erfasst werden.
Methodisch basiert Paartherapie auf systemischen und psychodynamischen Interpretationsansätzen unter Anwendung mediativer Kommunikationstechniken.
Während die klassische Paartherapie eher vergangenheitsorientiert und mit den Biografien der Einzelpersonen arbeitet, ist der systemische Ansatz eher nach vorn gerichtet. Er nimmt das Paar und seine Dynamiken als Ganzes in den Blick und arbeitet mit verschiedenen Methoden und Techniken, stets beeinflusst von den aktuellen Gegebenheiten und der Situation.
Diese Vorgehensweise erwächst aus einer grundsätzlichen Haltung, mit der ich meinen Klienten begegne. Dabei ist Neugier eine wichtige Ressource - für mich als Therapeutin, für meine Patienten und für die Gesprächsführung. Wenn wir glauben alles zu verstehen, hören wir oft auf, für alternative Sichtweisen und Perspektiven offen zu sein.
Wichtig ist mir auch das Thema Veränderungsneutralität. Patienten suchen nach Lösungsansätzen, weil es nicht so weitergehen kann wie bisher und sie offenbar bis jetzt selbst keine Lösungen entwickeln konnten. Umso wichtiger ist es, kurz innezuhalten, diesen Wunsch nach Veränderung - und auch die Konsequenzen - genauer zu betrachten.
Manchmal werden wir als Therapeuten in unserer Position und aus unserer Profession heraus zum Treiber der Veränderung, anstatt sie zu begleiten. Daher ist auch die Frage berechtigt „Was ist, wenn alles so bleibt, wie es ist?“ und den Klienten das „ja/nein“ zur Veränderung und das „wie schnell“ zu überlassen.
Eine systemische Grundhaltung besagt, dass der Patient Experte für sich selbst ist. Zum anderen gab es durch verschiedenste Forschungen in den letzten Jahrzehnten viele neue Erkenntnisse, sodass einmal als ideal angesehene Annahmen heute überholt sind. Das Ziel geben also die Patienten vor - meine Arbeit impliziert die Einladung, zu lernen, sich selbst wieder besser zu behandeln.
Meine Arbeitsweise in der Sexual- und Paartherapie ist von Prof. Ulrich Clement inspiriert, psychodramatisch geprägt und systemisch orientiert.
Ich arbeite mit der Gemeinschaft der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendered, Queer, Intersexuellen und Asexuellen.